Wo stand Peters Hochzeitshaus? Wann wurde die erste Dorfschule in Stukenbrock errichtet? Und wie ist der Ort eigentlich zu seinem Namen gekommen? Antworten auf diese Fragen gibt es bei einem Spaziergang entlang der Infotafeln durch das historische Stukenbrock.
STELE 1 an den Heimathäusern
Unsere kleine Zeitreise durch den historischen Ortskern des Stadtteils Stukenbrock beginnt an den Heimathäusern.
Die erste Informationstafel der Ortsgemeinschaft steht bewusst an dem „Stuken“ als Sinnbild für die Besiedelung der Senne und Namensgeber des Ortes. Ein plattdeutsches Doppelwort aus „Stuken“ für Baumstumpf und „Brock“ für Bruchwald wurde im Mittelalter zu „Stukenbrock“. Ein Ortsname für eine Heidebauernschaft in der Senne, die damals aus großen Heideflächen und einzelnen, morastigen Bruchwäldern bestand. Die neue Bezeichnung soll sich auf ein Flurstück in dem Buchenhochwald hinter dem Hof Welschof beziehen – einst bekannt als der Hof im „Stukenbroike“. Der Name übertrug sich im Laufe der Zeit auf den Vogteibezirk und auf die Gemeinde, die den Stuken dafür 1953 in ihr Amtswappen übernahm.
STELE 2 an der Kreuzung Hauptstraße / Holter Straße
Der Weg zur zweiten Stele führt uns ein kleines Stück am Ölbach entlang. Dieser für die Senne typische Bach, der weiter nach Schloß Holte fließt und dort den Teich des Schlosses speist, hat seinen Namen durch die Ölmühlen erhalten, die – wie viele andere Wassermühlen auch – früher die Ufer der Sennebäche unserer Stadt säumten. Über den Ölbach führte eine Holzbrücke an einem alten Haus mit dem Beinamen Arche vorbei zum Pastorenweg, der den Pastor direkt zur Kirche führte.
Rechts sehen wir einen 16 to schweren Findling als Gedenkstein für die Kriegsopfer von Stukenbrock, 12 Kreuze als Bronzeplastiken des Oerlinghauser Bildhauers Bruno Buschmann stehen für die 12 Kriegsjahre der beiden Weltkriege. Dahinter an der Holter Straße 16 ist die frühere Kaplanei zu sehen. Das erste Gebäude aus 1737 brannte am 3. Juni 1867 durch Blitzschlag vollständig ab und wurde ein Jahr später für 1866 Reichstaler wieder aufgebaut.
STELE 3 am Friedhofseingang mit Blick zur Pfarrkirche
Der Weg zur dritten Stele führt über die Brücke des Westerholter Baches, vielen besser bekannt als Kirchbach. Der Bach fließt durch ein sennetypisches Kastental, wo vereinzelte Münzenfunde wie der eines Theresientalers viele Schatzsucher von nah und fern anlockte. Es heißt, dass hier während des siebenjährigen Krieges tausende von Soldaten gelagert hätten.
Vorher passieren wir zwei ehemalige Schulstandorte. Die Dorfschule stand als Einheit mit der Kirche lange Zeit direkt neben dieser, und zwar ab 1799 unmittelbar vor deren Eingang. Davor hat es bereits eine Küsterschule vermutlich dort gegeben, wo der „Gasthof zur Post“ ist.
Neunzig Jahre später wurde die neue Kreisstraße gebaut und die Schule musste weichen.
STELE 4 Hauptstraße 14 mit Blick zur Kreuzung
Ulmen säumten die Hauptstraße, die als neue Chaussee im September 1889 dem Straßenverkehr übergeben wurde. Damals lebten nur knapp zehn Familien im heutigen Zentrum von Stukenbrock. Doch die Bevölkerungszahl wuchs und explodierte in der Nachkriegszeit derart, dass zwei Siedlungen komplett neu gebaut wurden. Der rege Wohnungsbau ließ die Einwohnerzahl in den 1950er Jahren auf fast 5.000 steigen, von denen immer weniger Menschen in der Landwirtschaft arbeiteten.
Das älteste Haus im Stukenbrocker Ortskern ist die einstige Erbpachtstätte des Ottenhofes an der Hauptstraße Nr. 20. 1787 war es das erste und einzige Haus zwischen Ottenkrug und Kirche.